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Gender Mainstreaming im österreichischen Sport

Gleiche Stellung von Mann und Frau im Sport  

Der Verein "100% Sport" ist das neue Kompetenzzentrum für Chancengleichheit im österreichischen Sport. Es handelt sich hier um eine Initiative des Sportministeriums mit dem Ziel, Chancengleichheit von Mann und Frau im österreichischen Sport zu gewährleisten.
Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek: "100 Jahre nach dem ersten Frauentag sind Frauen noch immer in vielen Bereichen der Gesellschaft benachteiligt - auch im Sport. Da denke ich zum Beispiel an den Unterschied bei Preisgeldern oder die unterschiedliche Vertretung von Frauen und Männern in den Verbänden und Vereinen. Ich freue mich daher sehr über die Initiative von Norbert Darabos, Gleichstellung jetzt auch im Sport zu forcieren."

Sportminister Norbert Darabos: "Wir haben den heimischen Sport in all seinen Facetten durchleuchtet und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass er in vielen Bereichen nach wie vor von Männern dominiert ist. Und das obwohl gerade die Frauen in den letzten Jahren oft die Medaillenstatistiken gerettet haben: Beispielsweise bei den olympischen Spielen in Peking, wo Frauen zwei von drei Medaillen gewinnen konnten oder bei den Alpinen Skiweltmeisterschaften in Garmisch-Partenkirchen, wo unsere Damen alle vier Goldmedaillen einfahren konnten. Als Sportminister habe ich es mir zum Ziel gesetzt, wesentliche Schritte in Richtung Gleichstellung von Frauen im Sport zu setzen. Die Initiative "100% Sport" ist einer davon." Die Vorsitzende des Vereins ist die ehemalige EU Abgeordnete Christa Prets. "Ich bin froh, dass es 100% Sport gibt, weil so ein Netzwerk geknüpft werden konnte, um eine faire Balance zwischen Frauen und Männern im österreichischen Sport schaffen zu können."

NEUER NAME - NEUES ERSCHEINUNGSBILD
2011 wurde der Verein von WoGoS - Women Go Sport - in 100% Sport umbenannt, hat sich inhaltlich zusätzliche Schwerpunktthemen gesetzt und bekam ein komplett neues "Outfit". Lag der Fokus des Vereins bisher hauptsächlich in der Förderung von Schulsport- und Mädchensportprojekten, so widmet sich 100% Sport verstärkt dem Thema Gender Mainstreaming: Schaffung von Rahmenbedingungen um Frauen und Männern Gleichstellung im Sport zu ermöglichen.

FORDERUNGEN UND AUFGABEN
Die Forderungen und Aufgaben des Vereins gliedern sich wie folgt:

(1)Förderung der Geschlechter-Gleichstellung in allen sportlichen Belangen, wie in der
a.Besetzung von Sportgremien: wir fordern eine ausgewogene Besetzung der Gremien durch Männer und Frauen. So wurde eine Studie "Sportgremienbesetzung" von 100% Sport angefertigt, wo folgende Daten erhoben wurden:

        Anteil männlich in % / Anteil weiblich in %
Fachverbände             88 / 12
Dachverbände            71 / 29
Sportorganisationen   81 / 19
Gesamtverteilung       86 / 14

Die Gesamtverteilung von 86% Männern zu 14% Frauen zeigt eine deutliche Dominanz von Männern in den Vorständen von Österreichischen Fachverbänden, Dachverbänden und Sportorganisationen.

b.Medienpräsentation: wir fordern eine gendergerechte, ausgewogene Präsentation und Bewertung der sportlichen Leistungen von Frauen und Männern.

Verteilung der Sportberichte über Männer und Frauen in ausgewählten Online Sportmedien
                           männlich   weiblich    gesamt         % männlich     % weiblich
27.07.2011           644          24             668                     96                     4
04.08.2011           596          44             640                     93                     7
11.08.2011           859          57             916                     94                     7
25.08.2011         1024          61           1085                     94                     6
Summe               3123         186           3309                     94                     6

Bei der Analyse ausgewählter Online Sportmedien konnte  festgestellt werden, dass im Schnitt 6% aller Artikeln Frauen gewidmet sind und 94% den Männern.

c.Ressourcenverteilung: wir fordern einen gendergerechten Zugang zu Sportarten, Ressourcen, wie z.B. Sportstätten, Preisgelder bei Wettkämpfen, und gendergerechtes Entgelt

(2)Prüfstelle für Gender Mainstreaming Projekte im Österreichischen Sport

(3)Maßnahmen zur Sensibilisierung zum Thema sexuelle Diskriminierung im Sport

GENDERBEAUFTRAGTE-COMMUNITY
Um Gender Mainstreaming im Sport optimal umsetzen zu können, ist die Zusammenarbeit mit den österreichischen Fachverbänden essentiell. Dazu wurden von allen 60 Fachverbänden Genderbeauftragte nominiert, welche durch Erfahrungs- und Informationsaustausch mit 100% Sport einen wesentlichen Beitrag zu mehr Gleichstellung der Geschlechter im Sport leisten können.

GENDER-PROJEKTE
Zurzeit befinden sich vier Gender Mainstreaming Projekte in Umsetzung und drei wurden bereits erfolgreich abgeschlossen. In folgenden Sportarten wurden die Projekte durchgeführt: Radfahren, Tischtennis, Inline Skaterhockey, Ultimate Frisbee, Skijumping, Trampolin und Orientierungslauf. Im Rahmen dieser 7 Projekte gilt es folgende Daten festzuhalten:
- Betreuung von 1.778 Mädchen/Frauen
- Kooperationen mit 32 Schulen und 18 Vereinen
- durch die Mitarbeit von 64 Trainerinnen und Projektkoordinatorinnen

Insgesamt wurden bisher rund Euro 750.000,- Fördermittel zur Verfügung gestellt, um Gender Mainstreaming Sportprojekte in Kooperation mit den Fachverbänden erfolgreich umsetzen zu können. Ein Vorzeigeprojekt ist Skijumping, wo die besten 6 Nachwuchsathletinnen Österreichs zusammen trainieren und so gezielt auf internationale Wettkämpfe vorbereitet werden können. Als Testimonial war bei diesem 100% Sport Projekt auch Damenskisprung-Weltmeisterin Daniela Iraschko dabei.
Beim Radsportprojekt war unter anderem auch Christiane Söder als Testimonial unterstützend tätig.

 

 

Bundesminister Mag. Norbert Darabos und Bundesministerin Heinisch-Hosek sowie Vorsitzende des Vereins 100% Sport Christa Prets mit Frauen
18.10.2011 15:01

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