Österreich ist federführend im Bereich der Entwicklungspolitik im Sport
Österreich wird beim großen Ballesterer-Konzert der Nationen in Südafrika zwar nicht am grünen Rasen vertreten sein, das heimische Sportministerium leistet aber dennoch als wichtiger internationaler Player auf anderer Ebene wertvolle Beiträge zur nachhaltigen Stärkung der Sportstrukturen in Afrika und der restlichen Dritten Welt.
Die ganze Sportwelt wird von 11. Juni bis 11. Juli auf den afrikanischen Kontinent blicken. Die Fußball-WM 2010 in Südafrika wird nach Hoffnung vieler Menschen ein großer Antriebsmotor für die Entwicklung des krisengeschüttelten Kontinents sein. Tausende Teleobjektive und hunderte Fernsehkameras werden in diesem Monate farbenfrohe, prächtige und wohl auch unvergessliche Bilder und Motive einfangen. Messi, Rooney, Cristiano Ronaldo und Co werden durch ihre Ballkünste so manches Problem des schwarzen Kontinents für kurze Zeit vergessen machen. Und doch sollte dieser Mega-Event nicht die enormen infrastrukturellen und gesellschaftlichen Probleme überdecken, die in Afrika, aber auch in der restlichen Dritten Welt, für gewöhnlich den Lebensalltag dominieren.
Schon seit Jahren ist Österreich daher federführend an der internationalen Zusammenarbeit im Bereich der Entwicklungspolitik tätig.
Das Thema "Sport und Entwicklungspolitik" wurde anlässlich des Internationalen Jahres des Sports und der Sporterziehung der UNO 2005 forciert und ist seitdem Gegenstand umfassender politischer, humanitärer und finanzieller Bemühungen. "Sport und Entwicklungspolitik" bildete auch ein Schwerpunktthema der Österreichischen EU-Ratspräsidentschaft 2005. Österreich ist zudem Gründungsmitglied der Internationalen Arbeitsgruppe Sport für Entwicklung und Frieden. Die Arbeitsgruppe umfasst Regierungen, UN-Agenturen, Athleten, internationale NGOs und Experten.
Auf Initiative Österreichs wurde der Themenbereich "Die Förderung des Einsatzes von Sport als Instrument der Entwicklungspolitik der EU" in das Weißbuch der EU-Kommission aufgenommen. Die Republik stellt jährlich 120.000 € an Fördermitteln für die Umsetzung der verschiedensten Sport- und Entwicklungsprojekte zur Verfügung.
Als Projekte werden insbesondere Vorhaben zur Entwicklung und Umsetzung von Methoden und Maßnahmen zur Konfliktprävention, Traumabewältigung und zur Friedenssicherung (Peacebuilding) in Krisengebieten für eine nachhaltige Wirksamkeit von Entwicklungszusammenarbeit unterstützt. Als Projektträger fungieren ausschließlich erfahrene internationale Organisationen, die auch Nachhaltigkeit und Kontinuität nach Ende des Förderzeitraums sicherstellen können.
Seit 2008 ist das Sportministerium übrigens in enger Zusammenarbeit mit seinen Projektpartnern beim "Tag des Sports" am Wiener Heldenplatz mit einer eigenen Pagode zum Thema "Sport und Entwicklungszusammenarbeit" vertreten. Wer sich genauer über die Details informieren möchte, ist herzlich zur zehnten Ausgabe des "Tags des Sports" am 25. September am Wiener Heldenplatz eingeladen.
08.06.2010 13:12