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Labor Seibersdorf

Österreich verfügt seit dem Jahr 2002 in den Seibersdorf Laboratories über ein von der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) akkreditiertes Dopingkontroll-Labor. Die erste Akkreditierung erfolgte 2002 durch das Internationale Olympische Comité (IOC). Sie wurde im Jahr 2004 durch die WADA übernommen. Österreich kann sowohl Harn- als auch Blut-Doping-Analysen im eigenen Land durchführen. Viele ausländische Antidoping-Agenturen, internationale Verbände, Veranstalter von Sportgroßereignissen sowie die WADA selbst lassen Dopingproben in Seibersdorf analysieren. Vor allem für jene Nachbarländer Österreichs, die über kein akkreditiertes Labor verfügen, ist Seibersdorf auch auf Grund seiner geographischen Nähe attraktiv. Der Anteil an Proben, die von ausländischen Agenturen, Verbänden und Veranstaltern zur Analyse beauftragt werden, beträgt im Mittel etwa 75 Prozent.

Seit Bestehen des Labors wurden insgesamt mehr als 20.000 Proben (national und international) analysiert.

In Seibersdorf wurde eine Spezialsoftware in Verbindung mit einer lichtempfindlichen Kamera für den Nachweis von EPO-Doping entwickelt. Ein Prototyp, gefördert von der WADA, kam erstmals während der Olympischen Sommerspiele 2004 in Athen sowie bei den Winterspielen in Turin zum Einsatz.

Eine äußerst erfolgreiche Dopinganalytik in einer herausfordernden Situation, wie sie Olympische Spiele darstellen, unterstrich bereits mehrfach den internationalen Erfolg dieser Forschungs- und Entwicklungsarbeiten durch das Seibersdorfer Personal. Es werden Mitarbeiter des Labors regelmäßig zu Sportgroßveranstaltungen, wie den Olympischen Spielen (zuletzt in London 2012), Weltmeisterschaften in der Leichtathletik oder Pan-Amerikanischen Spielen eingeladen.

Der Nachweis von EPO-Doping ist einer der Forschungsschwerpunkte im Labor Seibersdorf. Durch eine Kombination von zwei unabhängigen Analyseverfahren zum Nachweis von speziellen EPO-Varianten, wie z.B. Dynepo, konnte ein international beachteter Analysenstandard vorgegeben werden, der wiederholt die Einbeziehung des Seibersdorfer Knowhows in diverse WADA-Expertengruppen zur Folge hat.

So wurde der Leiter des Labors, Dr. Günter Gmeiner, mit 1. Jänner 2013 für ein Jahr in die Expertengruppe  "Prohibited List" berufen.  Dieses Gremium der WADA besteht aus 14 internationalen Wissenschaftlern und ist für die Zusammensetzung jener Liste zuständig, in der alle im Sport verbotenen Substanzen und Methoden enthalten sind ("Verbotsliste").
Diese Ernennung eines österreichischen Experten ist ein weiteres Zeichen hoher internationaler Anerkennung der Anti-Doping-Forschung in Österreich. Bereits von 2010-2012 war Dr. Gmeiner Präsident der Weltvereinigung der Anti-Doping-Forscher.