EU-Anti-Doping Konferenz in Athen 13.-15.05.2009
An der EU Anti- Doping Konferenz nahmen Vertreter der Europäischen Kommission, Fachexperten der Mitgliedstaaten des Europarates, Vertreter des Europäischen Parlaments, der europäischen NADAs, der WADA, der UNESCO, der UEFA und der europäischen olympischen Bewegung und des organisierten Sports teil.
Das Sportministerium war stellvertretend für Bundesminister Mag. Norbert Darabos durch Mag. Harald Treiber, Abteilungsleiter für internationale Beziehungen im Sportministerium, vertreten.
EU-Kommissar Figel zeigte sich in einer Videobotschaft an die Konferenzteilnehmer sehr erfreut, dass die EU-Kommission mit der WADA einen Kompromiss über die Stellungnahme der Artikel 29 Working Party betreffend die Internationalen Standards (in Bezug auf den Schutz personenbezogener Daten) schließen konnte und stellte fest, dass dieses Ergebnis auch die sehr gute Zusammenarbeit zwischen der EU und dem Europarat unter Beweis gestellt hat.
Der Kampf gegen Doping müsse laut Direktor Mairesse von der EU-Kommission auf 3 Ebenen intensiviert werden müsse: auf der Ebene der Gesetzgebung, der Politik und der Partnerschaften. Daneben seien die Intensivierung der Forschungsarbeit, eine Verbesserung der Kommunikation unter den WADA akkreditierten Labors und mit dem Gesundheitswesen und die Vernetzung aller Stellen in der Anti-Doping Bekämpfung weitere wesentliche Bausteine.
Die EU-Kommission thematisierte weiters, dass der Trend in den EU-Mitgliedstaaten in Richtung Kriminalisierung des Handels mit Dopingsubstanzen geht.
Die EU-Kommission wird in Zukunft finanzielle Mittel zur Verfügung stellen für nationale und EU-weite Anti-Doping Politiken und Programme.
Der Workshop "Datenschutz" beschäftigte sich vor allem mit datenschutzrechtlichen Aspekten hinsichtlich der relevanten EU-Gesetzgebung und der aktuellen Diskussion über den Schutz personenbezogener Daten von Sportlern. Zielsetzung war vor allem anhand von praktischen Beispielen die in den Medien oft sehr abstrakt thematisierte Problematik für die Fachexperten und die Sportorganisationen näher zu bringen und einen Informationsaustausch zwischen Anti-Doping und Datenschutz Fachexperten aufzubauen.
Im zweiten Workshop wurde wie schon bei der Sportdirektorenkonferenz in Versailles unter französischer EU-Ratspräsidentschaft die Zusammenarbeit der französischen Behörden mit der Pharmaindustrie dargestellt und festgehalten, dass ein derartiges System auch in den anderen MS umgesetzt werden sollte.
Der dritte Workshop zeigte, dass die Europäischen WADA- akkreditierten Labors eine führende Rolle Welt weit einnehmen (von 34 akkreditierten Labors sind 15 (44 Prozent) in Europa). Notwendig sei vor allem ein vermehrter Informationsaustausch zwischen den Labors im Bereich neuer Technologien zusätzlich zum bereits bestehenden Netzwerk der WAADS (World Association of Anti-Doping Scientists).
Schlussfolgerungen der EU-Anti Doping Konferenz(PDF
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Auszug aus den Schlussfolgerungen der Konferenz :
"Die Teilnehmer zeigten sich erfreut über die Implementierung der Anti-Doping Aktivitäten in das EU-Weißbuch der EU-Kommission, die andauernde und wirksame Unterstützung des Europäischen Parlaments in Kampf gegen Doping und die gute Zusammenarbeit zwischen der EU-Kommission und dem Europarat, nahmen mit Zufriedenheit die kürzlich gemachten Fortschritte im Kampf gegen Doping und die Aktivitäten der WADA zur Kenntnis, stellten fest, dass das Problem des Dopings nicht nur ein sportbezogenes Problem sondern auch ein gesellschaftliches Problem ist, das den Gesundheitsbereich und den Bereich der Bildung ebenfalls tangiert, erkannten die Notwendigkeit der engen Zusammenarbeit aller öffentlichen Stellen als auch Sportorganisationen und -einrichtungen, die befasst sind mit dem Kampf gegen Doping, ersuchten das Europäische Parlament als auch die EU-Kommission die Anti-Doping Aktivitäten aus dem hinkünftigen Budgetposition für den Sport finanziell zu unterstützen, wenn der Lissabonner Vertrag in Kraft tritt."

Mag. Harald Treiber und Dr. Karl-Heinz Demel