Europarat
- Sportministertreffen des Europarates, 10.-12.12.2008 in Athen
- Comité pour le Développement du Sport (CDDS) - Lenkungsausschuss für die Sportförderung
- Sportministerkonferenzen des Europarates
Sportministertreffen des Europarates, 10.-12.12.2008 in Athen
Hauptthemen des Sportministertreffens des Europarats waren Ethik und Autonomie im Sport. Zur Bewahrung von Ethik im Sport wurde 1992 ein Codex verabschiedet, der 2001 überarbeitet wurde. Die Überwachung der Ethik insbesondere die Bekämpfung von Korruption im Sport, illegaler Sportwetten, Gewalt im Sport, Diskriminierung von Frauen, Ausnützung minderjähriger Sportler, Rassismus und fehlender Transparenz im Sport sind Kernthemen des Europarates.

Mag. Harald Treiber vertrat Österreich beim Sportministertreffen 2008. (© Mag. Harald Treiber)
Betreffend Autonomie des Sports haben die europäischen Verbände einen Forderungskatalog (mit 16 Forderungen) für die Definition der Autonomie des Sports aufgestellt. Gefordert wird darin vor allem das Recht, Sportregeln autonom festlegen und abändern zu können.
Dem EPAS (Enlarged Partial Agreement of Sport), einem Teilabkommen des Europarates, das als paneuropäisches Netzwerk im Bereich des Sports anstelle des Sportlenkungsausschusses (CDDS) eingerichtet wurde, sind 29 Staaten beigetreten, mit 1.1.2009 auch Portugal. Das EPAS ist ein Dialogforum zwischen Regierungsvertretern und Nichtregierungsorganisationen, bestehend aus einem Lenkungsausschuss (Governing Board), der die Programme, den Haushalt und die Evaluierung der Programme festlegt und einem Konsultativausschuss der Nichtregierungsvertreter, der Meinungen und Vorschläge abgeben kann.
Spanien hat bis Mai 2009 im Ministerkomitee des Europarates die Präsidentschaft. Gleichzeitig mit dem Globalen Sportforum wird am 28. Februar 2009 die 1. Sitzung von EPAS in Barcelona stattfinden.

Mag. Harald Treiber mit Dr. Karlheinz Demel beim Sportministertreffen 2008. (© Mag. Harald Treiber)
Thematisiert wurden weiters die große Schwierigkeiten beim Konsensus zwischen Europa und der WADA über die Internationalen Standards, die rechtliche Vereinbarkeit der Internationalen Standards mit den europäischen Menschenrechtsstandards und der Menschenrechtskonvention und der Datenschutzrichtlinie der EU.
Österreich war durch Mag. Harald Treiber, der stellvertretend für den Sportminister Mag. Norbert Darabos teilnahm, und Dr. Karlheinz Demel vertreten.
Comité pour le Développement du Sport (CDDS) - Lenkungsausschuss für die Sportförderung
Ende 1977 wurde ein eigener Lenkungsausschuss für die Sportförderung, das Comité pour le Développement du Sport (CDDS) , geschaffen. Mittlerweile ist der Europarat - neben der EU-Kommission - wichtigster politischer und institutioneller Rahmen für die Zusammenarbeit der europäischen Staaten im Sport.
Zur Aufrechterhaltung der Integrität und der Tugenden des Sports verfolgt der Europarat zwei Ziele:
- Förderung des Prinzips "Sport für alle" zur Verbesserung der Lebensqualität, zur Erleichterung der sozialen Integration und als Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt, insbesondere bei Jugendlichen.
- Ansporn zur Toleranz durch den Sport und Abschirmung des Sports gegen gefährliche Einflüsse, die ihn zur Zeit bedrohen.
Das CDDS trat bis 2006 jährlich im Frühjahr in Straßburg zusammen, um das Budget und die laufenden Programme zu beschließen. Vertreterinnen und Vertreter staatlicher Sportorganisationen aller Mitgliedsländer nahmen teil. Nationale und internationale Sportorganisationen (EOC, ESK und ENGSO) hatten Beobachterstatus.
Aufgrund von Sparmaßnahmen im Europarat fiel der CDDS mit Jänner 2007 aus dem allgemeinen Budget. Die Weiterführung der Arbeit des CDDS erfolgt nun mittels eines "Enlarged Partial Agreements", welchem interessierte Mitgliedsländer des Europarates beitreten können.
Österreich ist in sämtlichen Gremien zur Umsetzung der Europäischen Konvention gegen Gewalt von Zuschauern und Fehlverhalten bei Sportveranstaltungen, insbesondere bei Fußballspielen, als auch der Europäische Anti-Doping Konvention federführend vertreten.
Sportministerkonferenzen des Europarates
Die für den Sport zuständigen europäischen Ministerinnen und Minister haben bisher zwölf formelle Konferenzen abgehalten: Brüssel 1975, London 1978, Palma de Mallorca 1981, Malta 1984, Dublin 1986, Reykjavik 1989, Rhodos 1992, Lissabon 1994, Bratislava 2000, Budapest 2004, Moskau 2006 und Athen 2008.
Die Ergebnisse der Ministerkonferenzen sind in vier grundlegenden Dokumenten manifestiert:
Europäische Charta "Sport für alle", die 1975 verabschiedet, 1992 revidiert, erweitert und zur Europäischen Sportcharta wurde.
Europäische Konvention gegen Gewalt von Zuschauern und Fehlverhalten bei Sportveranstaltungen insbesondere bei Fußballspielen (1985).
Europäische Anti-Doping Konvention (1989) und
Ethik-Kodex im Sport 1992.
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