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Sport und Gesundheit

Die Kommission hat im Weißbuch Sport vorgeschlagen, "zusammen mit den Mitgliedstaaten neue Leitlinien für körperliche Aktivität zu entwickeln. Die Kommission empfiehlt, die Zusammenarbeit in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Sport in den Mitgliedstaaten auf Ministerebene zu stärken, um kohärente Strategien zur Verringerung von Übergewicht, Adipositas und anderen gesundheitlichen Risiken zu definieren und umzusetzen. In diesem Zusammenhang ermuntert die Kommission die Mitgliedstaaten zu prüfen, wie das Konzept des aktiven Lebens in den nationalen Bildungs- und Berufsbildungssystemen und in der Lehrkräfteausbildung gefördert werden kann.

Die Sportminister der EU gaben bereits 2006 den Auftrag, mit der Erstellung von EU-Leitlinien für körperliche Aktivität, die sog. "EU Physical Activity Guidelines" zu beginnen.

In mehreren Sitzungen wurde seit 2007 unter federführender Mitwirkung Österreichs ein Entwurf von 41 Empfehlungen zu Bewegungsaktivitäten erarbeitet und sehr rasch ein Konsens darüber erzielt (genehmigt mit 28.September 2008).

Die EU-Leitlinien beinhalten in den ersten beiden Leitlinien Vorschläge zur Verbesserung der Gesundheit durch Bewegungsangebote. "In Übereinstimmung mit den Leitdokumenten der Weltgesundheitsorganisation empfehlen die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten mindestens 60 Minuten körperlicher Betätigung mäßiger Intensität pro Tag für Kinder und Jugendliche und mindestens 30 Minuten körperlicher Betätigung mäßiger Intensität pro Tag für Erwachsene, einschließlich der Senioren. Alle betroffenen Akteure sollen sich an den Leitdokumenten der Weltgesundheitsorganisation zu Fettsucht und körperlicher Aktivität orientieren und Wege zu ihrer Umsetzung suchen".

Eine der wichtigsten Erkenntnisse ist die Tatsache, dass man Sektoren übergreifend arbeiten müsse. Die für unterschiedliche Sektoren zuständigen staatlichen Stellen sollen sich gegenseitig durch eine sektorübergreifende Zusammenarbeit bei der Umsetzung politischer Maßnahmen, die den Individuen eine Ausweitung ihrer körperlichen Aktivitäten erleichtern und diese für sie attraktiver machen, unterstützen.

Für die Umsetzung von Leitlinien zu Sport und körperlicher Aktivität zuständige Stellen sollen Vereinbarungen zwischen zentralen, regionalen und lokalen Regierungsebenen nutzen, um Sport und körperliche Aktivität zu fördern. Solche Vereinbarungen können gegebenenfalls auch spezielle Belohnungsmechanismen beinhalten. Eine Vernetzung zwischen den Strategien zur Förderung von Sport und körperlicher Aktivität sollte unterstützt werden. Die Regierungen sollen Initiativen starten, um die öffentliche und private Finanzierung körperlicher Aktivität zu koordinieren und zu fördern und den Zugang für die gesamte Bevölkerung zu erleichtern.

Diese Richtlinien (unverbindliche Empfehlungen) wurden sowohl den EU-Sportministern in als auch dem EU-Gesundheitsministerrat zur Kenntnis vorgelegt.