Sport und ÖkonomieAuf Vorschlag der Österreichischen EU- Ratspräsidentschaft wurde zur Abbildung der wirtschaftlichen Dimension des Sports eine Expertenarbeitsgruppe unter Beteiligung Finnlands, Deutschlands, Frankreichs, Litauens, Großbritanniens und Zyperns, Österreichs und Rumäniens eingerichtet. Diese Expertenarbeitsgruppe unter der organisatorischen Federführung der EU-Kommission und der Bereitstellung der methodischen Expertise und entsprechender inhaltlicher Ressourcen durch Österreich hat zum Ziel, den Mangel an wirtschaftsstatistischen Daten zu beheben und damit den Sport als bedeutenden Wirtschaftsfaktor sichtbar zu machen. Zielsetzung ist die Erstellung eines gesamteuropäischen Sport-Satellitenkontos analog zum europäischen Tourismus-Satellitenkonto, um die immense wirtschaftliche Bedeutung des Sports, insbesondere hinsichtlich der geschätzten makroökonomischen Effekte des Sports in der Europäischen Union darzustellen. (Sport im weiteren Sinn schafft einen Wertschöpfungseffekt von 407 Milliarden €, das ist ein Anteil von 3,65 % des BIP und 15 Millionen Beschäftigte, das sind 5,4 % des Arbeitsmarktes). Im Rahmen dieser Arbeitsgruppe wurden im Laufe des Jahres 2007 bereits eine europaweit einheitliche Definition der Sportwirtschaft ("Vilnius-Definition") erarbeitet. Mit der Arbeit an einem Sportsatellitenkonto und der dazugehörigen Datensammlung und Datenaufbereitung haben vier Länder (sog. "1st wave countries) - Österreich, Großbritannien, Zypern und die Niederlande - bereits begonnen. Die aktualisierten Ergebnisse aus dem Sportsatellitenkonto für Österreich (Basisjahr: 2004) wurden bereits im Februar 2009 in Paris präsentiert. Dazu wird ein Policy Paper beim nächsten Sportministertreffen präsentiert. (Auszug aus den Schlussfolgerungen der Französischen EU- Ratspräsidentschaft beim informellen Sportministertreffen in Biarritz am 27. und 28. November 2008) "Die europäischen Sportminister haben sich auf die wichtige Rolle der Arbeiten für ein besseres Verständnis der wirtschaftlichen Bedeutung des Sports in Europa, insbesondere deren Einfluss auf die Festlegung der Sportpolitiken, auf die Organisation der großen Sportveranstaltungen auf dem Staatsgebiet der EU und auf die Ausrichtung der Beschäftigung geeinigt. Die Minister zeigten sich angesichts der Fortschritte bei der Einrichtung von nationalen und europäischen Satellitenkonten des Sports erfreut. Sie bekunden den Wunsch, dass die unter österreichischer EU-Ratspräsidentschaft eingesetzte Arbeitsgruppe ‘Sport und Wirtschaft' ihre Untersuchungen mit der Unterstützung der Kommission fortsetzt, und danken Frankreich für die Ausrichtung der nächsten Sitzung dieser Gruppe im Januar 2009 in Paris. Sie verpflichten sich, die nationalen Statistikbehörden zu einer Beteiligung an diesen Arbeiten zu ermutigen. Die Minister äußern den Wunsch, dass diese Studien abschließend auf gemeinschaftlicher Ebene, z.B. anhand von Eurostat- Umfragen, durchgeführt werden". |