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Sie befinden sich hier: Home. Themen. Europäische Sportpolitik. EU- Ratspräsidentschaften. Ratspräsidentschaft 2010. Spanische Ratspräsidentschaft 2010. Sportministertreffen.

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EU-Sport Forum und Informelles Sportministertreffen in Madrid

Vom 19.-20. April 2010 fand das EU-Sport Forum in Madrid statt. Es ist das zweite Mal nach Biarritz 2008, dass die Europäische Kommission diese sportpolitische Veranstaltung organisiert, bei der die wichtigsten europäischen Interessenvertreter von der Olympischen Sportbewegung, von europäischen und internationalen Sportverbänden, nationalen Sportdachverbänden und anderen politisch relevanten Sportorganisationen zum Meinungsaustausch zusammen kommen.

Am 21. April fand das erste Informelle Sportministertreffen seit dem Inkrafttreten des Vertrages von Lissabon statt. Österreich war durch Sportminister Mag. Norbert Darabos hochkarätig vertreten.

Die Diskussionen statt ganz im Zeichen der neuen EU-Kompetenz im Sport.

Die EU hat durch Artikel 165 AEUV eine unterstützende, koordinierende und ergänzende Kompetenz im Sport erhalten. Durch Artikel 165 ist die EU dazu aufgerufen, zur Förderung von Sportbelangen beizutragen, EU-Aktivitäten zur Entwicklung der Europäischen Dimension des Sports beizusteuern und die Zusammenarbeit mit Drittländern und internationalen Organisationen zu fördern. Es ist die Aufgabe der Kommission, diese neuen Maßnahmen umzusetzen, indem sie geeignete Initiativen entwickelt und vorschlägt.

Als mögliche Prioritäten für eine neue EU Sportagenda wurden von der EU-Kommission und den Mitgliedstaaten definiert:

Soziale und erzieherische Funktionen des Sports:

  • Soziale Eingliederung im und durch Sport
    Sport kann als einflussreiches Mittel fungieren, um den Zusammenhalt in der europäischen Gesellschaft zu stärken. Es könnten Aktionen angestrebt werden, um z.B. die soziale Eingliederung von Migranten und anderen benachteiligten Gruppen im und durch Sport zu fördern, um Sport in die EU-Strategien der Bereiche Behinderung und Gleichstellung der Geschlechter aufzunehmen und um eine bessere Inanspruchnahme struktureller Förderungen in diesen Bereichen anzuregen.
  • Gesundheitsfördernde körperliche Betätigung
    Sport und körperliche Aktivität können einen entscheidenden Beitrag zur Volksgesundheit und zur Prävention von Übergewicht und Fettleibigkeit leisten. Es könnten Aktionen angestrebt werden, um z.B. die EU-Leitlinien für körperliche Aktivität aus 2008 verstärkt umzusetzen, unterstützt durch einen Mechanismus zur Überwachung, Prüfung und Koordinierung. 
  • Allgemeine und berufliche Bildung sowie Qualifizierung im Sport
    Sport und körperliche Aktivität sind auf vielfältige Weise mit allgemeiner und beruflicher Bildung verknüpft. Es könnten Aktionen angestrebt werden, um z.B. die Rolle des Sports in der Bildung zu unterstützen, um die  Verknüpfung von sportlicher und beruflicher Karriere (duale Karriere) zu fördern, und um die Transparenz von Qualifikationen im Sport europaweit zu erhöhen.

Sportstrukturen, insbesondere solche, die auf ehrenamtlicher Tätigkeit beruhen:

  • Ehrenamt im Sport
    Dem Ehrenamt kommt eine herausragende Rolle zu, damit Sportvereine und andere Sportorganisationen in Europa bestehen können. Es könnten Aktionen angestrebt werden, um z.B. ehrenamtliche Aktivität im Sport zu erleichtern und um grenzüberschreitende Mobilität von Ehrenamtlichen, Mitarbeitern in der Sportverwaltung und anderen sport-bezogenen Berufsgruppen im Sport  zu fördern.
  • Nachhaltige Finanzierung des Sports
    Um langfristig erfolgreich bestehen zu können, brauchen Nicht-gewinnorientierte Organisationen nachhaltige Finanzierungsquellen aus sowohl öffentlicher als auch privater Hand. Es könnten Aktionen angestrebt werden, um z.B. zu einer stabilen und nachhaltigen Finanzierung des Sports beizutragen und um die Interessen des Sports in Initiativen auf EU-Ebene im Bereich von geistigen Eigentumsrechten mit einzubeziehen.

Fairness und Offenheit im Sport:

  • Förderung von europäischen Werten im Sport
    Die EU ist wiederholt aufgefordert worden, im Bereich der Tätigkeiten von Sportberatern aktiv zu werden. Das Thema Spielmanipulationen wurde ebenfalls genannt. Generell könnten Aktionen ins Auge gefasst werden, die die genannten Themen betreffen, sofern ein Mehrwert für die EU nachweisbar ist.
  • Kampf gegen Diskriminierung und Gewalt
    Der Kampf gegen Diskriminierung, Rassismus, Homophobie, Ausländerfeindlichkeit und Gewalt im Sport ist eine langfristige Herausforderung in vielen europäischen Ländern. Es könnten Aktionen angestrebt werden, z.B. als Beitrag zur Vorbeugung und im Kampf gegen genannte Erscheinungen und zur Stärkung der Aktivitäten des Europarates im Bereich der Zuschauergewalt.

Körperliche und seelische Unversehrtheit von Sportlern:

  • Kampf gegen Doping im Sport
    Doping ist weiterhin die größte Bedrohung für die Unversehrtheit von Sportlern. Es könnten Aktionen angestrebt werden, um z.B. grenzüberschreitende Netzwerke (Nationale Anti-Doping Organisationen, Labore, Strafverfolgungsbehörden) zu unterstützen, um die Zusammenarbeit mit dem Europarat zu verstärken, und um eine EU-Initiative gegen den kriminellen Handel von Dopingsubstanzen zu entwickeln, sofern ein Mehrwert für die EU nachweisbar ist.

  • Schutz von Minderjährigen
    Sehr junge Sportler/Sportlerinnen sehen sich manchmal besonderen Herausforderungen gegenüber, was ihre Unversehrtheit betrifft. Es könnten Aktionen angestrebt werden, um die Integrität von jungen Sportlern/Sportlerinnen zu schützen

Dialog und Zusammenarbeit mit Interessenvertretern im Sport:

  • Förderung guter Organisationsformen im Sport
    Es gibt einige organisatorische Bereiche im Sport, die im Zusammenhang mit der Anwendung von EU-Recht stehen, bspw. in den Bereichen Binnenmarkt, Wettbewerb oder Anti-Diskriminierung. Es könnten Aktionen angestrebt werden, um z.B. gute Organisationsformen im Sport durch den Austausch von empfehlenswerten Praktiken zu unterstützen und um Handlungsempfehlungen zu Themen wie Freizügigkeit von Sportlern oder Transferregelungen in Mannschaftssportarten zu liefern.
  • Stärkung des Dialogs im Sport auf EU-Ebene
    In den vergangenen Jahren hat sich ein regelmäßiger, strukturierter Dialog zwischen der Kommission und der Sportbewegung entwickelt. Es könnten Aktionen angestrebt werden, um z.B. den regelmäßigen und bestehenden Dialog im Sport, zu dem auch das jährlich stattfindende EU-Sport-Forum gehört, auszubauen und um den Europäischen Sozialen Dialog im Sportsektor zu stärken. Unter vollständiger Berücksichtigung der jeweiligen Kompetenzen der EU Institutionen könnte eine engere hochrangige Zusammenarbeit zwischen den Hauptvertretern des Internationalen Olympischen Komitees und der Sportverbände, den Mitgliedstaaten, dem Europäischen Parlament und der Kommission angestrebt werden.

Das von Österreich während seiner EU-Ratspräsidentschaft lancierte Thema "Sportökonomie und Sportstatistiken" ist, wie die für den Sport zuständige EU-Kommissarin Androulla Vassiliou in Madrid betonte, ebenfalls ein Schwerpunkt des künftigen EU- Sportprogramms 2012-2013. In diesem Zusammenhang wurden die erfolgreichen Anstrengungen Österreichs zur nachhaltigen Positionierung dieses Themas auf EU-Ebene hervorgehoben.

Bei der Diskussion zum Thema "Anti-Doping" zeigte sich einmal mehr, dass Österreich mit der neuen Anti-Doping Gesetzgebung und seinen Bemühungen im Kampf gegen Doping eine europäische Vorreiterrolle einnimmt.

Die Sektion Sport war durch den Leiter der Abteilung für internationale Beziehungen Mag. Harald Treiber vertreten.

Minister Darabps und Haralt Treiber beim Treffen in Madrid

© Harald Treiber